Alte Schule

Tradition und Moderne vereint

Alte Schule Bernterode

Mitten im Dorf, in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche „St. Martin“ Bernterode, steht am „Schulberg 1“ ein geschichtsträchtiges dreistöckiges Gebäude aus rotem Klinkermauerwerk mit einem überdachten vorgesetzten Treppenaufgang, welcher durch Sandsteinwangen eingefasst und mit 2 aufstehenden Holzsäulen, auf denen das Satteldach aufliegt, versehen ist.

Dieses Gebäude war – neben der „Neuen Schule“ (Baujahr 1912/13) und der Turnhalle (1964) – der älteste Teil des ehemaligen Schulareals von Bernterode und wurde über Generationen als „Alte Schule“ bezeichnet.

Nachfolgend ein chronologischer Abriss aus der Geschichte dieses Gebäudes. Nachdem das erste Schulgebäude baufällig geworden war, veranlasste die Königliche Regierung die Gemeinde am 30. März 1880 zum Neubau des Schulgebäudes.

Die Verhandlungen über den Neubau zogen sich immer mehr in die Länge und es wäre sicher auch nicht sobald zu einer Entscheidung gekommen, hätte nicht der damalige Kreisausschuss am 28. März 1883 die Gemeinde zum Bau der Schule verurteilt!

Unter Leitung des Königlichen Bau-Inspektors Heller aus Nordhausen wurde im Jahr 1884 der Schulbau durch den Maurermeister Klapprott aus Leinefelde ausgeführt.

Das Bauprojekt der Schule wurde konzipiert für 3 Schulzimmer mit angrenzenden Wohnungen für 3 Lehrkräfte.

Die Königliche Regierung bezahlte zwei Drittel der Kosten. Den Rest musste die Gemeinde aufbringen. Der Kostenvoranschlag war mit 36.678 Mark veranschlagt.

Bis zum 23.07.1998, dem letzten Schultag des Schuljahres 1997/98 in der Grundschule in Bernterode, wurde das Gebäude schulisch genutzt. Generationen von Kindern haben hier Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt.

Nun gibt es keine Schule mehr in Bernterode – das Ende einer nahezu 360jährigen Schultradition war nun besiegelt und Realität geworden.

Einigkeit bestand jedoch darin, dass das zwar schon in die Jahre gekommene, jedoch größtenteils in seiner Substanz gut erhaltene Gebäude auch weiterhin ein Mittelpunkt des dörflichen Lebens bleiben soll.

Sodann wurde das Gebäude umfassend saniert. Neben der Neueindeckung des Daches wurde auch im inneren viel umgebaut und modernisiert, um den Anforderungen des geplanten neuen Nutzungskonzeptes gerecht zu werden. Dank des Engagements der Gemeinde und vieler Helfer konnte die „Alte Schule“ grundlegend ertüchtigt und für die neuen Aufgaben fit gemacht werden.

Heute befinden sich hinter der alten Klinkerfassade neu gestaltete moderne Funktionsräume für gemeinschaftlich wichtige Zwecke unseres Ortes:

  • das Bürgermeisteramt
  • der Dorfgemeinschaftsraum für Versammlungen, Feiern und Vereinstreffen
  • der Tanzübungsraum des Bernteröder Karnevalsvereins (BKV)
  • der Jugendclub als Treffpunkt für Kinder und Jugendliche des Ortes
  • der Vereinsraum vom DRK Ortsverein Bernterode
  • 3 Mietswohnungen, welche Wohnraum im Ortskern bieten
 

Durch dieses Nachnutzungskonzept der „Alten Schule“ ist aus einem historischen Schulhaus von 1884 ein lebendiges Bürger- und Begegnungshaus geworden. Es verbindet die Geschichte des Ortes mit der Gegenwart und steht auch weiterhin im Dienste der gesamten Bernteröder Gemeinschaft.

(Quelle: Buch: Bernterode – Ein Dorf an der Wipper, herausgegeben zu „825 Jahre Bernterode“, 1999)